"Von Frankfurt nach New York"

Treffen der Senior*innen der GEW Solingen

Bei unserem Treffen im April stand in fast schon alter Tradition wieder ein Museumsbesuch auf dem Programm.

Foto: Zentrum für verfolgte Künste/Judith Schönwiesner

Der Frühling war gekommen und damit auch die Zeit für unser Treffen am 26. April 2018! In fast schon alter Tradition stand wieder ein Museumsbesuch auf dem Programm. Das Zentrum für verfolgte Künste im Kunstmuseum Solingen widmete dem Künstlerehepaar
Eric und Jula Isenburger  die umfassende, retrospektive Ausstellung „Von Frankfurt nach New York“:
                                                                            
Der Frankfurter Künstler Eric Isenburger (1902–1994) und seine Ehefrau, die polnische Ausdruckstänzerin Jula Isenburger (1908–2000), zählen zu den vergessenen Künstlern des 20. Jahrhunderts. Dabei stellte er in Berlin, Paris, London, Grasse, Malmö und Stockholm aus und sie trat in Wien, Berlin, Paris und anderen französischen Städten als Solotänzerin auf. 1931 folgte der Umzug nach Berlin. 1933, unmittelbar nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten, war das jüdische Ehepaar ersten Repressalien ausgesetzt und musste fliehen. Paris und Südfrankreich wurden zu Zufluchtsorten. Doch sicher waren sie nie, denn auch Internierungen in den französischen Lagern Les Milles und Camp de Gurs prägten die Jahre der Flucht. 1941 erhielten sie schließlich ein Visum für die USA und konnten über Lissabon Europa Richtung New York verlassen. Dort angekommen, begannen sie ein neues Leben in Freiheit, wurden amerikanische Staatsbürger und nahmen die USA als neue Heimat an. Eric Isenburger schuf ein eigenständiges künstlerisches Werk mit Porträts, Landschaften und Stillleben. Sein Stil ist geprägt von Expressivität und experimentellem Gestus. Als Maler nahm er seine Umwelt als Ausgangspunkt, enthielt sich jedoch eines eindeutigen Zeitkommentars. Jula setzte ihre Karriere in den USA nicht fort.

Zu dieser sehenswerten Ausstellung hatten wir eingeladen und 24 Kolleginnen und Kollegen folgten unserer Einladung nach Solingen-Gräfrath. Unsere Führung begann pünktlich um 15.00 h und dauerte ca. 80 Minuten. Bei dem sich anschließenden Treffen im Café Junkbrunnen wurde noch viel über die Isenburger und die Wanderausstellung verfolgter und vergessener Künstler im Museum diskutiert und Eindrücke ausgetauscht.

Aber auch die Freude über das Wiedersehen mit alten Kollegen kam nicht zu kurz, es wurde wieder munter erzählt und rege ausgetauscht -  wen wundert es da, dass das nächste Solinger Ruheständlertreffen schon für November 2018 terminiert ist!

Michael und Birgit Seiffert