Wechselunterricht für die Sekundarstufe 1 und EF

Pressemitteilung vom 05.03.2021

Die GEW Solingen nimmt mit Erleichterung wahr, dass die Schulen zumindest eine Woche Zeit für den hohen organisatorischen Aufwand bekommen.
Wechselunterricht für die Sekundarstufe 1 und EF

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Das Land hat den Schulen heute mitgeteilt, welche Änderungen für den Schulbetrieb ab dem 15. März gelten:
-    Wechselunterricht für die Sekundarstufe 1 und EF. Dabei soll eine Durchmischung im Rahmen der äußeren Differenzierung, im Wahlpflichtbereich sowie im Unterricht der zweiten Fremdsprache vermieden werden. Religionsunterricht wird in Präsenzphasen im Klassenverband erteilt.
-    Die Schulleitungen der Förderschulen entscheiden eigenständig, in welchem Umfang Präsenzunterricht stattfinden kann.
-    Die Berufskollegs nehmen – voraussichtlich bis zum Schuljahresende – den Unterricht unter Beachtung  des Infektionsschutzes auch wieder im Präsenzbetrieb wieder auf und prüfen schulbezogen, wie sich Präsenz- und Distanzlernen verknüpfen lassen.

Durch den Wechselunterricht steigt das Maß an Belastungen deutlich. Es muss klar sein, dass ein Wechselmodell für alle Schüler*innen weniger Zeit- und Betreuungsaufwand für das Distanzlernen bedeute. Nina Meier vom Leitungsteam der Gewerkschaft für Erziehung und Bildung (GEW) in Solingen: „Eine Lehrkraft kann nicht gleichzeitig in Präsenz unterrichten und Schüler*innen digital betreuen. Schulen brauchen die Freiheit Stundentafeln zu kürzen, auf Leistungsnachweise zu verzichten oder sie anders zu gestalten.“ Zugleich organisieren die Schulen auch noch die Betreuung,  insbesondere an den Grundschulen sorgt die wachsende Zahl von zu betreuenden Kindern für organisatorische Probleme.

Unter dem Gesichtspunkt des Infektionsschutzes ist die Vermeidung der äußeren Differenzierung sicherlich sinnvoll, wie gerade das Beispiel in der Oberstufe der Friedrich-Albert-Lange-Gesamtschule zeigt. Dennoch trifft diese Entscheidung die Sekundarschule und die Gesamtschulen sehr: Ihr pädagogisches Konzept kann so nur schwerlich umgesetzt werden und der organisatorische Aufwand wird noch einmal erhöht.

Die GEW befürwortet sowohl den Handlungsspielraum, der den Schulen grundsätzlich und bei der Ausgestaltung des Wechselunterrichts eingeräumt wird, wie auch die Einbeziehung der Eltern und Schüler*innen über die Schulkonferenz.

Nina Meier: „Bildungsgerechtigkeit ist für uns als Bildungsgewerkschaft ein hohes Gut. Von daher freuen wir uns darüber, dass sozial benachteiligte Kinder ohne häusliche Unterstützung in der Schule unter Aufsicht an Aufgaben aus dem Distanzunterricht arbeiten können, wenn die räumlichen und personellen Ressourcen dies hergeben. Das ist eine sehr sinnvolle Maßnahme, die gleichzeitig den Bedingungen vor Ort Rechnung trägt.“

Die GEW Solingen nimmt mit Erleichterung wahr, dass die Schulen zumindest eine Woche Zeit für den hohen organisatorischen Aufwand bekommen. Gerade für die Berufskollegs ist eine Woche ein sehr enges Zeitfenster. Nina Meier: „Es ist ein Zeichen von Wertschätzung, wenn die Schulen vor der Presse informiert werden. Wir hoffen, das wird auch zukünftig der Fall sein.“

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Pressekontakt: Dirk Bortmann   Tel.: 01 76 / 96 64 54 90
Mail: dirk.bortmann@gew-solingen.de

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