Früher in die Weihnachtsferien...

Ein nettes Medienereignis, das am eigentlichen Problem aber vorbeigeht.

Die Inzidenzwerte sind aktuell sehr hoch und Lösungen sind jetzt notwendig. Immer mehr Schulen sind betroffen und es entsteht der Eindruck eines Salami-Lockdown.

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Schulen in NRW sollen nun zwei Tage früher in die Weihnachtsferien, um eine etwas längere Quarantänezeit vor den Weihnachtstagen zu ermöglichen. Eine nettes Medienereignis, weil es auf die Anfrage eines Schülers zurückgeführt wird. Das geht aber am eigentlichen Problem vorbei. Die Weihnachtsferien beginnen erst in sechs Wochen. Die Inzidenzwerte sind aktuell sehr hoch und Lösungen sind jetzt notwendig. Immer mehr Schulen sind betroffen und es entsteht der Eindruck eines Salami-Lockdown.

Den Solinger Weg als eine gute mögliche Lösung landesweit zu gehen, verbietet das Schulministerium. Gestern noch wurde ein entsprechender SPD Antrag mit Stimmen der AfD, FDP und CDU abgelehnt. Die Ministerin kann sich auf die dauerhafte Unterstützung der AfD verlassen, sinnvolle Maßnahmen zu verhindern.

Nina Meier vom Leitungsteam der GEW Solingen: „Ministerpräsident Laschet und Staatssekretär Richter verbreiten Nebelkerzen, wenn sie behaupten, dass für halbe Klassen doppelte Räume und Lehrkräfte notwendig seien. Der Solinger Weg des Hybridunterrichts braucht das gerade nicht.“

Schulministerin Gebauer bezeichnete in ihrer gestrigen Rede vor dem Landtag das Vorgehen eines Solinger Schulleiters bezüglich der Schutzmaßnahmen an seiner Schule als Sprechen „mit doppelter Zunge“. Weil sich der Schulleiter noch vor den Herbstferien für die Durchführung eines Tages der offenen Tür ausgesprochen habe, könne man nun nicht nachvollziehen, warum gerade er jetzt rigorose Maßnahmen fordere. „Die Entscheidung für die Durchführung eines Tages der offenen Tür wurde zu einem Zeitpunkt getroffen, als das Infektionsgeschehen in Solingen weitaus niedriger war als zum jetzigen Zeitpunkt. Unmittelbar nach den Herbstferien, noch vor der diesbezüglichen Entscheidung des Ministeriums, hatte Herr Tempel bereits in Eigeninitiative den Tag der offenen Tür abgesagt. Es entsteht der Eindruck, dass es mittlerweile nicht mehr um das Wohlergehen von Schüler*innen und Lehrkräften geht, sondern einzig um Machtgerangel,“ so Nina Meier.

Vernünftige und der Situation angemessene Entscheidungen, wie das vorübergehende Hybridlernen, werden abgelehnt. Wenn die Infektionen in den Schulen im gleichen Maße weiter ansteigen, kann der verlässliche Unterricht überhaupt nicht mehr gewährleistet werden. Die GEW Solingen steht hinter der Entscheidung von Herrn Tempel, da er seine Fürsorgepflicht gegenüber Schülern und Lehrkräften angemessen wahrgenommen hat.

Die GEW fordert weiterhin einen Stufenplan von der Landesregierung. Das wäre ein kraftvolles Zeichen für Bildungsgerechtigkeit.
Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Pressekontakt: Dirk Bortmann   Tel.: 01 76 / 96 64 54 90
Mail: dirk.bortmann@gew-solingen.de

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