Neuigkeiten 05.03.2026

Nachruf für Willi Bramann

GEW Solingen trauert um den ehemaligen Vorsitzenden

Der ehemaliger langjährige Vorsitzende der GEW Solingen - Wilhelm Bramann - ist verstorben. Diese Nachricht hat uns tief betroffen und mit großer Trauer erfüllt.

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Willi war ein bedeutsamer Mensch für unseren Stadtverband, den er über lange Jahre geprägt hat.

Bereits mit 24 Jahreniat er 195  in die damals noch junge Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft eingetreten. 1982 übernahm er den Vorsitz von Walter Bökenheide.

Seine Tätigkeit als Lehrer begann in der Volksschule Krahenhöhe, führte zur Aufbaurealschule Zweigstraße und schließlich u. A. als Rektor an die Hauptschule Brühl.

In der GEW setzte er sich mit großem Engagement insbesondere für Themenbereiche ein, die uns bis heute wichtig sind.

Willi war ein engagierter Vertreter des „längeren gemeinsamen Lernens“. Er vertrat und warb für die Gesamtschule in Ablösung des (überholten) dreigliedrigen Schulsystems, welches er auch historisch-kritisch einordnete. Folgerichtig übernahm er 1986 die Stelle als Abteilungsleiter an der ersten Solinger Gesamtschule (Gesamtschule Solingen, Wupperstraße).

Nach 42jähriger Tätigkeit als herausragender Pädagoge und Lehrer in Solingen verabschiedete Willi sich 1990 in den Ruhestand.

Ein besonderes Anliegen war ihm, auch im Ruhestand, die Auseinandersetzung mit der Nazi-Zeit und hier insbesondere das Bewusst-Machen des Schicksals der Solinger jüdischen Bevölkerung. Seine verstärkte Aufmerksamkeit galt der Familie Coppel und deren starkem sozialem Engagement für die Bildungs-, Kultur- und Gesundheitsförderung in Solingen (Biografie der Familie Coppel, 1994).

Auf der Grundlage seiner historischen Forschungen setzte sich Willi folgerichtig für ihre Würdigung mittels Benennung der Gesamtschule Solingen in Alexander-Coppel-Gesamtschule ein (mit deutlicher Unterstützung „seiner“ Gewerkschaft).

Auf Vorschlag des damaligen Oberbürgermeisters Gerd Kaimer 1987 rief Willi die Arbeitsgemeinschaft „Jüdischer Friedhof“ ins Leben. Schülerinnen und Schüler dieser AG wurden Paten für den jüdischen Friedhof am Estherweg in Solingen. Die Arbeit fand internationale Aufmerksamkeit und führte Überlebende des Holocaust mit der Schule zusammen. Sie wird bis heute weitergetragen.

Das „Nie wieder“, “Nicht-Vergessen“, die Erinnerungskultur wurden prägende Merkmale der Solinger GEW – und prägen noch heute unsere Gewerkschaft (z. B. Zeitzeugen, Stolpersteine, Bildungs- und Gedenkstätte Max-Leven-Zentrum).

Willi Bramann war ein aufrechter und bildungspolitisch konsequenter, fleißiger GEW-ler. Ihm gebühren unsere Bewunderung und unsere Dankbarkeit!